Nachdem ich jetzt vor einiger Zeit einmal den Webhoster Uberspace getestet habe, bin ich jetzt vor ein paar Tagen mit Sack und Pack (also Blog und Co.) von All. Inkl. nach Uberspace umgezogen. Wobei Webhoster als Bezeichnung für Uberspace eigentlich höllisch untertrieben ist: Uberspace ist viel mehr ein vServer, wo man so gut wie alles machen kann, wofür man bei anderen Anbietern mittlere bis hohe zweistellige Beträge im Monat ausgeben muss.
Gerade das Bezahlmodell bei Uberspace ist etwas ganz besonderes: Der erste Monat ist als Probemonat kostenlos, danach kann man jeden Monat festlegen, wieviel man zu zahlen bereit ist. Lediglich eine Untergrenze von 1€ wurde festgelegt, der einfach nötig sei, um halbwegs kostenneutral zu arbeiten. Darüber kann man soviel bezahlen, wie man will und je nachdem, wie stark man seinen Uberspace nutzt. Und Nutzen für seinen Uberspace gibt es viele:
Man bekommt zuerst mal 10 GB Plattenplatz, der eigentlich jedem ausreichen sollte, der Traffic ist pro Monat zwar auf 100 GB limitiert, was aber erstens jedem ausreichen sollte und zweitens auch ein realistischer Wert ist als die Terabyte an Traffic, die andere Hoster anbieten. Ansonsten bekommt man alles, was das Nerd-Herz begehrt: Ein CentOS-Server mit vollwertigem (!) SSH-Zugang, cronjobs und daemontools. Für Entwickler findet sich auch Perl, Python, Ruby, PHP, node.js, Erlang und Lua als Sprachen und sogar die gcc ist installiert, für die Versionsverwaltung stehen neben git, Subversion und CVS auch Mercurial und Bazaar zur Verfügung.
Datenbanken? Datenbanken! MySQL, SQLite, MongoDB und CouchDB buhlen um die Gunst des Benutzers.
Und auch E-Mails sind auf einem Uberspace gut aufgehoben, als Mailserver kommt Dovecot zum Einsatz und natürlich werden Spam-Mails mit SpamAssasin rausgefiltert.
Und sollte doch mal nicht alles so glatt laufen, so steht euch der Uberspace-Support mit Rat und Tat zur Seite. Ich durfte zum Beispiel vor kurzem erleben, dass es keine gute Idee ist, einen Cronjob so einzurichten, dass er sonntags jede Minute gestartet wird. Gemerkt habe ich das ganze an der Mailflut vom crondaemon. Leider war ich grad unterwegs und konnte das ganze nicht fixen und als ich dann am nächsten Morgen in die crontab geschaut habe, war das ganze schon vom vom Support repariert worden. Eine geniale Erfahrung. An dieser Stelle ein großes Danke an Jonas und sein Team! <3
Was mich als Netzwerk-Nerd besonders freut ist, dass jeder Uberspace nicht nur per IPv4, sondern auch, einen entsprechendem AAAA-Record im DNS vorausgesetzt auch über eine Domain, per IPv6 erreichbar ist. Bei Uberspace wird Zukunft gemacht!
Uberspace mag aufgrund der Starthürden manche Neulinge abschrecken (Command Line, Config-Dateien, …). Hat man sich aber einmal reingewurschtelt, so kommt man spielend mit jedem UNIX-System zurecht, wobei ich sagen muss, dass ich auch vorher schon mal den vim bedient habe und bei meinem Mac das Terminal immer einen Stammplatz in meinem Dock besitzt.
Aber auch für Menschen, die noch nie ein UNIX-System von innen gesehen haben ist so ein Uberspace ein perfekter Einstieg in die Welt von bash, zsh (<3) und Co.